Wie wird man Redenschreiber?

Niemand kommt als Redenschreiber auf die Welt. Nehmen Sie mich zum Beispiel: Ich wurde in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover geboren, bin aber auf dem Land aufgewachsen, in der westfälischen Provinz.

Ich habe eine Banklehre gemacht zu einer Zeit, als diese Ausbildung noch als seriös galt. Nach einigen Jahren Berufstätigkeit mit akkurat gebundener Krawatte wurde mir bewusst, dass mich Wörter mehr reizen als Zinssätze, Geschichte spannender ist als BWL. Deshalb kam für mich auch nur ein geisteswissenschaftliches Studium in Frage, und zwar in der Kombination Neuere Geschichte, Publizistik und Politikwissenschaft. In Münster habe ich über die „Westarbeit“ der SED im Bezirk Halle und in Nordrhein-Westfalen promoviert.

Mein Weg zum Redenschreiber führte über weitere Stationen in Politik und Wirtschaft: Bei der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf war ich schwerpunktmäßig für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ebenso als Pressesprecher der Eurowings Luftverkehrs AG in Dortmund.

In der Thüringer Staatskanzlei, Erfurt, habe ich mehrere Jahre Regierungserklärungen, Reden und Grußworte geschrieben bzw. redigiert, und zwar für die Ministerpräsidenten a. D. Prof. Dr. Bernhard Vogel und Dieter Althaus.

Zurückgekehrt im Westen, arbeite ich für die Evonik Industries AG, Essen, im Vorstandsbüro.